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Spritueller Impuls


Gott wartet

Im Dezember geht es oft um das Warten. Wenigstens in den adventlichen Liedern: „Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt?“, „Wir warten auf das Licht“, „O Herr, wir warten auf dich“, „Freue dich, Christkind kommt bald!“ – so singen wir. Aber warten wir wirklich auf etwas oder jemanden?


Wir bereiten uns auf Weihnachten vor, schmücken die Wohnung, besorgen und verpacken Geschenke, planen, was wir an den Feiertagen essen werden. Dabei sind wir sehr aktiv, manchmal vielleicht ungeduldig, wenn nicht alles so schnell geht wie wir es uns wünschen.

Warten ist dagegen eine Haltung, bei der ich selbst wenig tun kann. Ich warte eben bis ich an der Kasse dran bin, bis ich beim Arzt aus dem Wartezimmer gerufen werde, bis ein lieber Mensch an mich denkt und zu mir kommt. Das, worauf ich warte, kann ich nicht herbeiholen oder machen. Beim Warten brauche ich Ruhe, Gelassenheit und Geduld.

Ruhe und Geduld – gerade diese Kräfte sind bei mir in der Adventszeit selten vorhanden. Deshalb ist mir ein ungewöhnlicher Gedanke gekommen: Kann es nicht sein, dass Gott selbst noch viel mehr auf mich wartet als ich auf ihn? Und dann höre ich in meinem Herzen die Stimme, die mir sagt: „Komm doch zu mir, wenn dir alles zu viel wird. Erzähle mir deine Sorgen. Lege deine Last bei mir ab und lass dich aufrichten. Ich warte auf dich!“

Wie gut es tut, zu denken: Gott wartet geduldig auf mich, wenn ich wieder atemlos durchs Leben renne. Gott wartet auf mich, wenn ich traurig bin und nicht weiß, wem ich mein Herz ausschütten könnte. Gott wartet auf mich in den Adventstagen und vor allem an Weihnachten in der Krippe. Wenn ich – endlich! – bei Gott ankomme, wird in meinem Herzen Friede sein – ein Stück von dem Frieden, den die Engel an Weihnachten besingen.

Birgitt Pfaller

Mit freundlicher Genehmigung vom Diözesanverband Regensburg und Frau Pfaller!

 

 

 

 

 

 

 

 

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