KDFB Kirchdorf
93348 Kirchdorf

September 2016


Spiritueller Impuls des Monats


Vielleicht haben sie Recht

Der September wird in den christlichen Kirchen als „Schöpfungszeit“ begangen – eine noch recht junge Einrichtung im kirchlichen Kalender. Die ganze Schöpfung – Lobpreis Gottes, so heißt in diesem Jahr das Leitwort der Schöpfungszeit.

Schwer ist es in diesen spätsommerlichen Tagen gewiss nicht, sich an der Schöpfung, an der Natur zu freuen.
Denken Sie nur an die Sonne, die uns die Haut und das Herz wärmt mit ihrem Glanz.
Denken Sie an das Wasser, in das Sie vielleicht in den letzten Wochen öfter mal eingetaucht sind, von dem Sie getragen und erfrischt wurden.
Denken Sie an die Erde, die Blumen und Pflanzen sprießen lässt - bunte Freude und mächtige Schattenspender.
Denken Sie an die vielen Früchte, die Sie heuer schon genießen konnten und an den Reichtum, der noch in den Bäumen hängt.
Das Lob an Gott für die Schöpfung kommt uns aus vollem Herzen und geht uns leicht über die Lippen.

Aber: Was ist mit den Menschen, die Hunger leiden? In deren Land Dürre herrscht und nichts wächst? Was ist mit den Überschwemmungen, dem Klimawandel, mit Pestiziden und der Vergiftung der Erde?

Papst Franziskus hat in seiner Enzyklika „Laudato si‘“ beide Seiten der Schöpfung ausführlich beschrieben. Es ist beeindruckend, wie der Papst ganz realistisch die Probleme darstellt und im gleichen Atemzug überzeugt ist, dass wir Menschen auf dieser Erde das Leben haben und bewahren können, wenn wir auf Gott, den Schöpfer, hören und achtsam umgehen miteinander und mit der Erde.

Lassen wir uns die Freude über die Schöpfung nicht nehmen und achten wir auf alles, was die Erde schützt und rettet! Die Freude, die Dankbarkeit werden uns Kraft geben.

So wie es ein poetischer Text von Andrea Schwarz ausdrückt:

Vögel singen
in einer Welt
die krank
lieblos
ungerecht ist
vielleicht
haben sie recht.   
(Andrea Schwarz in: Materialheft zum Ökumenischen Schöpfungstag 2016)

Birgitt Pfaller

Mit freundlicher Genehmigung vom Diözesanverband Regensburg und Frau Pfaller!





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