KDFB Kirchdorf
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November 2015


Spiritueller Impuls des Monats


Vielleicht doch…


Foto: Günter Havlena /pixelio.de

In den späten Herbsttagen wird manchmal das Gedicht Herbsttag von Rainer Maria Rilke zitiert. Eine Zeile des Gedichtes heißt: „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.“
Ja, die frühe Dunkelheit und die ungemütliche Kälte des Novembers kann schon melancholisch stimmen: Wir trauern dem Sommer nach und meinen, jetzt ist es zu spät zum Glücklich-Sein.

Aber stimmt das wirklich? Ist es nicht auch ein Glück, heim zu kommen in eine warme Wohnung, wo ich mich wohlfühle? Wie viele Menschen, die in diesen Tagen auf der Flucht in eine ungewisse Zukunft sind, wünschen sich nichts sehnlicher als solches Heimkommen!

Es ist ein Geschenk der dunklen Tage, dass ich mir der Geborgenheit bewusst werde, in der ich leben darf. Wo bin ich daheim – an welchem Platz und bei welchen Menschen? Wie sieht mein innerer Lebensraum aus – fühle ich mich in meinem eigenen Herzen wohl oder gibt es da etwas aufzuräumen? Vielleicht hätte ich jetzt Zeit dazu…

Der Blick „nach drinnen“ lässt mich nachspüren, wo ich wirklich zu Hause bin, und was ich brauche, was ich verändern müsste, um mich sicher und geborgen zu fühlen. Und das ist doch - bildlich gesprochen - auch irgendwie „sich ein Haus bauen“.

Birgitt Pfaller

Mit freundlicher Genehmigung vom Diözesanverband Regensburg und Frau Pfaller!




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