KDFB Kirchdorf
93348 Kirchdorf

Februar 2017


Spiritueller Impuls des Monats


Wir werden Mut und Liebe brauchen

Im Gottesdienst am Sonntag begegnet uns in diesen Wochen die Bergpredigt, aufgeschrieben im Matthäus-Evangelium. Wir hören, dass wir ein Licht sein können, das vor den Menschen leuchtet, damit sie Gott preisen. Und unsere Gerechtigkeit soll groß sein, größer als die anderer Menschen. Wenn Gerechtigkeit bedeutet, dass alle gleich behandelt werden und jeder Mensch bekommt, was ihm oder ihr zusteht, wie kann die Gerechtigkeit dann größer oder kleiner sein? Sollen wir noch genauer zählen, noch unerbittlicher aufpassen, dass niemand einen noch so kleinen Vorteil erlangt? Wir wissen doch genau, was gerecht ist!

Genau hier fängt die Gerechtigkeit an, von der die Bergpredigt spricht. Da geht es nicht ums auswiegen und abgleichen, sondern darum, es recht zu machen, etwas, was schief läuft, wieder in die rechte Spur zu bringen. Nicht Anstand und Höflichkeit will Jesus uns auftragen, sondern eben viel mehr: Auch denen etwas zu leihen, die es mir wahrscheinlich nicht wiedergeben. Jemandem, der etwas von mir erbittet oder gar erzwingt, noch mehr zu schenken. Für Menschen zu beten, die mir nicht wohlgesonnen sind.

Solche Gerechtigkeit wird vieles wieder gut machen, wird Wunden und Verletzungen heilen, Menschen aufrichten und zum Nachdenken bringen. Solche Gerechtigkeit ist aber auch anders, als wir normalerweise zu handeln und zu denken gewohnt sind. Wir werden Mut und Liebe brauchen, um es zu versuchen. Gut, dass der nächste Abschnitt der Bergpredigt vom Beten handelt und davon, dass Gott an unserer Seite ist und uns gibt, worum wir ihn von ganzem Herzen bitten.

Birgitt Pfaller

Mit freundlicher Genehmigung vom Diözesanverband Regensburg und Frau Pfaller!



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