KDFB Kirchdorf
93348 Kirchdorf

09-2016 Vortrag



 


Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Unter dem Motto „Sicherheit in allen Lebenslagen“ hatte der Frauenbund Kirchdorf Frau Kriminalhauptkomissarin Gabriele Bauer von der Kripo Landshut eingeladen. Diese ist seit geraumer Zeit zuständig für die Aufklärung und die Prävention in den Landkreisen Landshut, Dingolfing und Kelheim. Zu diesem höchst interessanten Abend kamen zahlreiche Besucher und Frau Bauer war über das große Interesse erstaunt. 

Frau Bauer ging auf viele Themen ein, zu allererst gab sie Tipps für den Fall, wenn man einen Schlüsselnotdienst braucht. Man solle sich vor allem an ortsansässige Firmen wenden, am Telefon mit Zeugen nur einen Fachmann anfordern und vor allem einen festen Preis vorab vereinbaren.  

Da in letzter Zeit viel über Trickbetrüger im Kelheimer Raum in der Zeitung steht, ging Frau Bauer sehr genau auf dieses Thema ein. Trickbetrüger sind Menschen, die durch Einfallsreichtum, Kontaktfreudigkeit und vertrauenswürdiges Auftreten gezielt Senioren als Opfer aussuchen, um deren Gutmütigkeit und evtl. Einsamkeit auszunutzen. Als Tipp gab sie mit, dass man beobachten soll, wer sich in der Nähe vom Kreditinstitut und Geldautomaten rumtreibt. Auch solle man darauf achten, wer einem folgt. Vor allem aber soll man niemanden  ins Haus oder in die Wohnung lassen. Außer der Gerichtsvollzieher und die Polizei mit Durchsuchungsbefehl hat keiner ein Recht auf Zutritt. Egal, ob jemand um Spenden für Hilfsorganisationen bittet, von den Stadtwerken ist oder nur ein Glas Wasser will. Frau Bauer stellte auch die Frage: „Erkennen Sie einen Dienstausweis?“, denn auch dieser kann ja gefälscht sein und auch der bestickte Handwerkeroverall muss nicht echt sein.

Frau Bauer riet ganz eindringlich, keine Fremden in die Wohnung zu lassen, einen Türspion zu benutzen und vor allem nicht alleine die Türe aufzumachen. 

Auffallend oft fallen ältere Leute auf den sogenannten Enkeltrick herein. Im Jahre 2015 wurden alleine in Bayern 2 Million 526 Tausend Euro durch den Enkeltrick erbeutet. Die Täter haben bereits eine richtige Mafia-Struktur entwickelt. Es werden vor allem alleinstehende Frauen mit altklingenden Vornamen im Telefonbuch rausgesucht und angerufen. Daher gilt: Unbedingt Vornamen abkürzen im Telefonbucheintrag. Der Anrufer beginnt oft mit der Frage. „Rate mal, wer dran ist?“ Und spielt dann eine finanzielle Notsituation vor.  

Zudem gab Frau Bauer Tipps zum Tragen der Handtasche – an der Hausseite, also immer straßenabgewandte Seite, Verschluss innen, Geld im zusätzlichen Innenfach, Originalgeldbörse am Gillamoos, im Urlaub usw. zu Hause lassen und nur wenig Geld mitnehmen. In Zügen oder in Cafes werden auch oft Sakkos zusammengehängt und so unbemerkt die Geldbörse aus der anderen Jacke entwendet.  Ebenso gehört eine Handtasche nicht in den offenen Radlkorb, dieser kann auch unter der Fahrt entwendet werden, oder ans Grab, um mal kurz Gießwasser zu holen. 

Als Rat gab sie mit, im Notfall laut zu schreien, Passanten direkt ansprechen wegen Hilfe („Sie mit dem grünen Pulli!“) und einen Schrillalarm mit über 110 Dezibel bei sich zu tragen. Ebenso sei es sinnvoll, gegen Einbrüche die Fenster nachrüsten zu lassen und keine größeren Geldbeträge zu Hause zu haben. 

Falsche Geldscheine waren ein weiteres Thema, erkennbar durch drehen, kippen und fühlen sowie den metallenen Sicherheitstreifen. 

Die Tatsache, dass es in Kirchdorf 2015 8 Delikte gab, darf jeder selber beurteilen, ob er es beruhigend oder eher erschreckend findet. 

Im Anschluss an die Veranstaltung erhielten die Besucher noch eine Broschüre, in der alle Tipps und Vorschläge nachzulesen sind. Diese sind auch bei jeder Polizeistation erhältlich.   

Die Vorsitzende Evi Marxreiter bedankte sich bei Frau Bauer für den informativen Abend und war sich aufgrund der hohen Besucherzahl sicher, dass der Frauenbund ein für die Bürger sehr wichtiges Thema aufgegriffen hatte.

 

Foto: KDFB Kirchdorf

 

 

 

 

 




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